AlJazeera Engish stellt ganz wunderbare Reportagen auf Youtube zur Verfügung, auf die ich in Zukunft öfter hinweisen werden. Den Anfang macht ein kurzer Beitrag über StraßenKinder in Malaysia:
Vor eineinhalb Wochen habe ich auf einen Artikel von Global Voices Online hingewiesen und teilweise übersetzt. Seit heute übersetze ich direkt für GV, und zwar hier. Für mich ist das eine Möglichkeit, an meinem Wunsch nach einer politischeren deutschen Blogosphäre mitzuarbeiten. Damit sich GV auf Deutsch langfristig durchsetzten kann, brauchen wir noch viele Helfer, die die englischen Artikel ins Deutsche übersetzten. Freiwillige vor! Eine kurze Mail an mich, und ihr könnt Teil des wunderbaren Teams werden, das ich in den letzten Tagen näher kennen gelernt habe.
Ich nutze gleich die Gelegenheit, auf einen frisch übersetzten GV-Artikel hinzuweisen. Er zeigt, worum es bei GV geht. Naturkatastrophen sind eigentlich immer für eine Nachricht gut. Spektakuläre Bilder, Schicksale, big news. Nur: Manchmal gibt es keine Bilder. Zum Beispiel, weil eine Regierung nicht zeigen möchte, dass die Opfer auch Wochen später nicht ausreichend versorgt werden. Keine Bilder, keine Nachricht. Nun hat der Iran aber - wie schon mehrfach erwähnt - eine potente Blogosphäre, und die Blogger schreiben, was sie wissen und was sie dazu denken. Teils auf Englisch, teils auf Farsi. GlobalVoices fasst diese Stimmen zusammen, schafft Aufmerksamkeit, wo vorher keine war.
Noch bevor ich hier den ersten Beitrag geschieben habe stand GlobalVoices schon in der Blogroll. Ich bin seit dem nicht mehr darauf eingegangen, aber ich halte Global Voices für eines der beeindruckensten Beispiele, was was das Internet für unsere Welt leisten kann. Wie GlobalVoices funktioniert, kann man an einem aktuellen Artikel über eine drohende zweite Kuturrevolution im Iran nachvollziehen.
In den letzten Wochen sind mehrere Studenten verhaftet worden, die ihre Meinung über die iranische Regierung zu deutlich äußerten. GV fasst die Artikel mehrere iranischer Blogger zusammen: Retorik beklagt, dass in den Politologie-Seminaren nicht über Politik diskutiert werden kann, Kadivar listet zahlreiche Repressionen für Studenten und Professoren auf.
In diesem Zusammenhang weise ich gerne auf das Buch Wir sind der Iran von Nasreen Alavi hin, das die junge und starke Blogszene des Irans vorstellt. Ganz am Anfang des Buches steht eine Zahl, die man bei jedem Gedanken an die Iranische Gesellschaft im Hinterkopf haben sollte: 70% der Iraner sind jünger als 30 Jahre.
Weil GV nicht die übersichtlichste Seite ist und sich nicht unbedingt als Startseite eignet, werde ich hier öfters auf interessante Artikel hinweisen. Ach ja: liegt es an mir, oder gibt es tatsächlich keinen Artikel über die iranische Kulturrevolution in der deutschen Wikipedia?
Ich habe ein neues Lieblingsblog und kann kaum glauben, es heute erst entdeckt zu haben. Bei allem Entsetzen über die amerikanische Außenpolitik gibt es auf der anderen Seite des Atlantiks etwas, das niemals seine Faszination auf mich verloren hat, und das ist New York. Obwohl oder gerade weil ich noch nie dort war, ist es für mich der Inbegriff eines ‘Lifestyles der Möglichkeiten’. Diese Möglichkeiten hat man natürlich nur mit ausreichend Geld, und so muss ich auf meinen ersten längeren NY-Trip wohl noch eine zeitlang warten.
Bis es soweit ist lese ich ab heute die “New York diaries” von Nina, einer jungen deutschen Journalistin, die ein halbjähriges Praktikum in einer New Yorker Agentur macht. Nina schreibt für ZEITonline über die Stadt und ihre Menschen, die sich irgendwo zwischen Klischee und Normalität bewegen. Wenn ich noch mehr gute Stadtblogs finde, werde ich sie hier in den nächsten Tagen zusammenstellen. Gibt es eigentlich ein gutes Altona-Blog?
Gibt es eigentlich ‘Probegespräche’ mit Medienamateuren, die in TV-Gesprächsrunden auftreten wollen?
Gerade eben bei Plasbergs “hart aber fair“:
Es geht um die Pornofizierung unserer Gesellschaft. Drei Medienprofis (Ingo Appelt, Nova Meierhenrich und Walter Wüllenweber (Stern-Autor)) liefern eine gute Diskussion über Sex, Werte und Aufklärung. Als Vertreter der Porno-Industrie ist der Sprecher der Venus-Messe dabei, der dafür, dass er Kommunikations-Profi ist, erstaunlich unsicher rumstottert. Leider hielt es aber irgendwer in der “hart aber fair”-Redaktion für eine gute Idee, Regine Schwarzhoff einzuladen. Schwarzhoff, “Vorsitzende des Elternvereins NRW und Mutter von drei Kindern”, fällt nicht nur mit ihrer Unfähigkeit zur gepflegten Diskussion auf (ständiges dazwischenreden und beleidigen anderer Diskussionsteilnehmer), sondern auch durch ihren an Prüderie, Humorlosigkeit und Realitätsfremde kaum zu übertreffenden Standpunkt.
Wer an einer solchen Runde teilnimmt kann sich nicht beschweren, wenn er dabei in seiner ganzen Lächerlichkeit bloßgestellt wird. Aber hätte sich nicht ein Redakteur der Sendung im vorhinein erbarmen können, Frau Schwarzhoff vor einer Situation zu schützen, der sie offensichtlich nicht gewachsen war?
Zugegeben: Das ohnehin sehr unterhaltsame “hart aber fair” ist dankt dieses Gastes zeitweise richtig lustig geworden. Auf der anderen Seite war es aber tatsächlich eine Qual der Frau zuzuhören, so dass ich während ihrer Monologe häufiger auf die Mute-Taste schielte.
(Regine Schwarzhoff ist hier stellvertretend für all die Medienamateure in ernsten Diskussionen, die bei mir in erster Linie Mitleid erregen)
Zu den besten Sendungen im deutschen Fernsehen gehört “Mit Offenen Karten“, Mittwochs bei arte. Die Macher der Sendung schaffen es, viele Daten, Karten und Statistiken verständlich zu präsentieren. So bekommt man in sehr kurzer Zeit einen guten Überblick über eine Problematik. Dafür bewundere ich die Sendung, denn viele andere TV-Formate scheitern bei dem Versuch, den Zuschauer schnell zu bilden. Eine Stufe weiter geht das interaktive Angebot von MSNBC. Der Zuschauer entscheidet selbst, wieviele Informationen er möchte. Gleichzeitig beschränken sich die Informationen auf das wirklich entscheidende. In nur 7 Minuten versteht man den grundlegenden Konflikt im Irak. DAS ist die Zukunft des (Informations-) Fernsehens!
Die weiteren Entwicklungen im Suffolk-Fall, sowie Details zu einem Konflikt um ein Interview, das der erste Verdächtige der BBC gegeben hat, sind bei Wortfeld nachzulesen:
[…] Mittlerweile sitzt ein zweiter Mann in Untersuchungshaft, und die Polizei hat darum gebeten, keine Namen zu nennen. Ohne großen Erfolg: Auch der zweite Verdächtige wird zumindest von BBC, Times und Telegraph mit vollem Namen genannt (anscheinend nicht vom Guardian). […]
Ich bin gespannt, welches Ende der Fall nehmen wird.
Es ist schon ein bisschen seltsam. Da schreibe ich über Monate hinweg kaum einen Beitrag - und dann kommen gleich drei zu einem Thema, das mich eigentlich gar nicht interessiert. Aber meine Klagen über den Umgang mit dem Verdächtigen im Suffolk-Fall finden in dieser Schlagzeile ihre Berechtigung: