Na dann mal los:
The Good German
Nach den ersten Kritiken war ich erstmal skeptisch, klang alles sehr nach “netter Versuch, nicht mehr”. Nun habe ich aber ein paar Hintergrundartikel in der Märzausgabe der ray gelesen, und finde dort neben großartigen ganzseitigen Stills viele gute Gründe, den Film zu sehen:
Dass Soderbergh, Clooney und Drehbuchautor Paul Attanasio auch die heutige US-Außenpolitik und den Irak thematisieren wollten, lässt sich aus THE GOOD GERMAN nur schwer herauslesen: Noirs von DER DRITTE MANN bis zu Raymond-Chandler-Adaptionen werden rauf und runter zitiert, die politische Implikation fällt kaum einmal aus dem historischen Rahmen. Die verregnete Schlussszene, in der Lena ein Propellerflugzeug besteigt, ist der formal deutlichste Hinweis auf CASABLANCA, zeigt aber immerhin, wie ein GOOD GERMAN anno 1949 nicht hätte enden dürfen. (ray-magazin.at)
Spannender ist noch die Technik: Die Schauspieler agieren teilweise vor zeitgenössischem Archivmaterial - ohne dass der Zuschauer es bemerken könnte.
Princesas
Hätte man Anfang des Jahres sehen können, was ich leider verpasst habe, trotz einer recht guten Review bei Filmstart. Die ray-Review lässt mich jetzt auf die DVD warten:
“Ein Gesellschaftsporträt, das dank der bissigen Ironie, mit dem die Figuren ihr Schicksal kommentieren dem Film trotz der Schwere des Themas eine bitter-komische Seite verleiht, die ihresgleichen sucht.” (Bettina Schuler, ray Filmmagazin 03/07 S. 60)
Am 26.04. startet der neue Film von David Lynch in Deutschland, Inland Empire. Die IMDb-Statistiken lassen auf einen brillianten Film hoffen:
Ich denke, die Zahl der 10-Punkte Wertungen spricht für sich (ich hoffe, dass die wenigen Voter den Film wirklich schon gesehen haben …)
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Das ist erstaunlich: Ich habe vorher noch keinen Film gesehen, bei dem die Durchschnittswertung der Top-1000 User (8.0) besser ist als die allgemeine Wertung (7.7).
Der Film wird ein Pflichttermin. Daniel Bickermann schreibt in Schnitt:
Im Gedächtnis bleiben nach diesem Feuerwerk der Verwirrungen und Messalliancen vor allem die narrativen Sprünge: […] durch Identitäts- und Maskenwechsel, durch verschiedene Kamerastile und Filmmaterialien, zu denen Badalamentis Soundtrack gewohnt irrwitzig und pompös den Jazz zu Grabe trägt. Schnitt 46, S. 58
Für wen das immernoch nicht genug Lynch ist, der kann sich auf eine Dokumentation freuen, die im Rahmen der Arbeiten an Inland Empire entstanden ist. Über 700 Stunden Film wurden verwertet. Einen Teaser gibt es bei Twitch Film.
Es gibt diese wundbaren Filmbücher, die auf 1000+ Seiten wirklich jeden Film vorstellen, der es Wert ist, vorgestellt zu werden. Bei mir liegt seit kurzem Chronik des Films (ca. 3000 Filme) rum. Noch lieber lese ich in The New York TImes Guide to the best 1000 Movies ever made. Der lange Titel wird dem Werk gerecht: 1000 original NYT-Reviews, die ersten aus den 30ern, die letzten von 2003.
Zum Glück bin ich nicht der einzige, den diese Art von Büchern fastziniert: Der Autorin von filmfanatic.org fiel irgendwann in den 80ern der Guide for the Film Fanatic von Danny Peary in die Hände - und entschloss spontan, jeden der 1600 Filme selbst zu sehen. Eine großartige Lebensaufgabe, die sie mittlerweile in ihrem Blog dokumentiert - Mit schönen Kommentaren zu jedem der Filme. Mein neues Lieblingsblog!
Django - das Original von 1966. Gestern, 23.00 Uhr, WDR.
Ok, ein bisschen nutzlos einen Film zu empfehlen, der gestern lief. Bei YouTube gibts einen Trailer zum Film, der leider schon viele der wirklich gute Szenen zeigt. Ist aber egal, den der Plot ist eh nicht so wichtig. Also bitte erst auf den genialen Soundtrack achten, und dann gegen 2:21min über den coolesten Blick freuen, denn je ein Schauspieler in eine Kamera geworfen hat … behaupte ich jetzt einfach mal.
Unglückliche Umstände trieben mich letzte Woche in eine Vor-Premiere von „Mitten ins Herz“, eine Hugh-Grant-Schnulze von Marc Lawrence.
Alex Fletcher war in den 80ern Mitglied der Kultband „Pop!“ und hält sich nun mit Auftritten in Vergnügungsparks über Wasser. Als die erfolgreiche junge Sängerin Cora, eine Mischung aus Britney Spears, Christina Aguilera und Paris Hilton, ihn bittet, einen Song für sie zu schreiben, wittert Alex eine zweite Karrierechance. Der Harken: Alex kann zwar eingängige Melodien schreiben, hat aber noch nie einen Song getextet. Zum Glück hat seine Blumenpflegerin (Drew Barrymore) eine Ader für die Poesie. In langen Nächten schreiben die beiden zusammen eine Ballade für Cora. Es dauert nicht lange, bis eine Romanze, wie aus dem Hollywood-Lehrbuch, beginnt.