Mitten ins Herz - 3/10
Unglückliche Umstände trieben mich letzte Woche in eine Vor-Premiere von „Mitten ins Herz“, eine Hugh-Grant-Schnulze von Marc Lawrence.
Alex Fletcher war in den 80ern Mitglied der Kultband „Pop!“ und hält sich nun mit Auftritten in Vergnügungsparks über Wasser. Als die erfolgreiche junge Sängerin Cora, eine Mischung aus Britney Spears, Christina Aguilera und Paris Hilton, ihn bittet, einen Song für sie zu schreiben, wittert Alex eine zweite Karrierechance. Der Harken: Alex kann zwar eingängige Melodien schreiben, hat aber noch nie einen Song getextet. Zum Glück hat seine Blumenpflegerin (Drew Barrymore) eine Ader für die Poesie. In langen Nächten schreiben die beiden zusammen eine Ballade für Cora. Es dauert nicht lange, bis eine Romanze, wie aus dem Hollywood-Lehrbuch, beginnt.
Man merkt dem Film an, dass der Regisseur bislang vor allem fürs Fernsehen gearbeitet hat. Ohne große Höhepunkte nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die genau so schon millionenfach verfilmt wurde: Das Schicksal wirfelt zwei Menschen zusammen, sie verlieben sich, streiten sich und kommen gerade rechtzeitig wieder zusammen. Es ist ein Wohlfühl-Film, von dem man vorher genu weiß, was man erwarten kann, und genau das bekommt man dann auch: Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.
Zugegeben, wenn Alex seine verbliebenen Fans - die mittlerweile selbst Mütter von Teenagern sind - zum kreischen bringt, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen. Die gelungenen Gags reichen aber nicht aus, um über 90 Minuten zu unterhalten.
Als Einstieg in einen netten Arbeit geht der Film durch, wer tatsächlich Kino genießen möchte, sollte einen anderen Film wählen.
Persönliche Wertung:
[3 von 10]. Ich fühle mich betrogen, wenn mir ein Film ohne Ecken und Kanten vorgesetzt wird, der offensichtlich nach einem einfachen ökonomischen Prinzip konstruiert wurde.
Ein kleiner Überblick über andere Kritiken:
Sven von Medienrauschen:
Eines ist dieser Film ganz sicher nicht: etwas Besonderes. (…) So ein schnuckeliger, anspruchsloser aber streckenweise recht unterhaltsamer Film (…).
Jedenfalls geht man mit einem Grinsen aus dem Kino.
A. O. Scott für die New York Times:
“Music and Lyrics” (…) is the type of modern Hollywood production that aspires to nothing more than the competent dispensing of mild amusement and easy emotion.
Elch im Brigitte-Forum:
Echt, ich hab selten (…) so gelacht bei einem Kinofilm wie gestern. (..) Diesen Film kann ich allen empfehlen - die die 80er-Jahre kennen (…), die lachen möchten, die eine nette romantische Komödie (mit Betonung auf Komödie) mögen, die Lust haben, sich über das Musikgeschäft (Britney Spears, z.B.) lustig zu machen, die Hugh Grant und/oder Drew Barrymore mögen…

