Die weiteren Entwicklungen im Suffolk-Fall, sowie Details zu einem Konflikt um ein Interview, das der erste Verdächtige der BBC gegeben hat, sind bei Wortfeld nachzulesen:
[…] Mittlerweile sitzt ein zweiter Mann in Untersuchungshaft, und die Polizei hat darum gebeten, keine Namen zu nennen. Ohne großen Erfolg: Auch der zweite Verdächtige wird zumindest von BBC, Times und Telegraph mit vollem Namen genannt (anscheinend nicht vom Guardian). […]
Ich bin gespannt, welches Ende der Fall nehmen wird.
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Es ist schon ein bisschen seltsam. Da schreibe ich über Monate hinweg kaum einen Beitrag - und dann kommen gleich drei zu einem Thema, das mich eigentlich gar nicht interessiert. Aber meine Klagen über den Umgang mit dem Verdächtigen im Suffolk-Fall finden in dieser Schlagzeile ihre Berechtigung:
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Das Myspace-Profil des Tatverdächtigen im Suffolk-Fall (siehe: Zerfall der Provatshäre) ist gelöscht worden. Gulli berichtet:
MySpace den Fall eines 37jährigen Briten, der des Mordes an fünf Prostituierten verdächtigt wird. Sein Account bei MySpace wurde gelöscht. Eine Klausel, die schweren Straftaten Verdächtige von der Nutzung des Dienstes ausschließt, sucht man vergeblich.
guardian.co.uk (keine Verlinkung) zeigt das Foto ohne Anonymisierung, und nennt den ganzen Namen des Verdächtigen.
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Irgendwie hat mich nachdenklich gedacht, was ich da zu später Stunde auf der Startseite von Spiegel Online sehen musste:
Ein Artikel über den Tatverdächtigen (!) Tom S. wird illustiert mit dessen Myspace Profil. Warum macht man sich die Mühe, einen Namen zu anonymisieren, um dann auf sein Tagebuch hinzuweisen? Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen, dass dieser Supermarktangestellte aus einem kleinen, namentlich bekannten Dorf bis zu seiner Verurteilung wie ein Unschuldiger behandelt werden sollte. Es ist einfach ecklig, wie wenig sich viele Journalisten mit den eigenen Verpflichtungen befasst haben - Verpflichtungen nicht als staatliche Vorschriften, sondern als moralische.
Wir alle nutzen die großartigen Vorteile, die die neuen Netzwerke für uns gebracht haben. Aber sowohl bei Amokläufern, als auch bei “Englands neuem Ripper” wird einem bewusst, wie gläsern wir sind. Ganz ehrlich, das macht mir Angst.
Ich möchte ein Netzwerk, in dem wirklich nur meine Freunde an meine Daten kommen - und keine Boulevard-Journalisten.
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